Archiv für Juni 2010

Capello und die Briten

Mittwoch, 30. Juni 2010

Erst macht er aus der englischen Elf eine Siegertruppe (9 Siege in 10 Begegnungen) und dann verliert seine Mannschaft gegen Deutschland unter recht zweifelhaften Umständen, die er nicht beeinflussen konnte und nun ist er der Verlierer und seine Mannschaft stellt sich nicht vor ihn. Stattdessen wird seine Ablösung betrieben. Dass die Mannschaft gegen Deutschland verloren hat, ist nicht Capellos Schuld. Gegen Deutschland werden sie verlieren auch wenn die deutsche Elf aus 11 vom TÜV anerkannten Krücken spielen müsste. Die eigene Schmach von 1966 ist noch lange nicht abgetragen und wenn die Briten so weitermachen, wird es noch sehr lange dauern bis der Mantel der Erlösung sich über ihre Reihen legt. Capello ist erst angefangen, eine Mannschaft aufzubauen. Die “stärkste Liga der Welt” hat ihren eigenen Nachwuchs gefressen. Söldner sind auf Dauer keine Lösung für die Briten. Als Napoleon Wellington in der Schlacht von Waterloo den Hintern versohlte, jammerte dieser “Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen”. Der Wunsch erfüllte sich und sie kamen unter General Blücher. Heute gilt für die Fußball-Briten der  Lehrsatz: “Ich wollte es wäre Tag und die Deutschen kommen morgen und nur nicht heute”. Aber dafür kann Capello nichts!

Ehre und Fehler

Mittwoch, 30. Juni 2010

Nur wer zu eigenen Fehlern steht, hat die Ehre, sie wieder gut zu machen.

Krankenversicherer unterliegt vorm Bundesverwaltungsgericht

Dienstag, 29. Juni 2010

Um neue junge Kunden ertragreich auch für schlechte Zeiten zu gewinnen, kam ein Krankenversicherer auf den Einfall, neu kalkulierte Tarif auf den Markt zu bringen. Seine Altkunden, die davon Wind bekamen, wollten auf diesen günstigeren Tarif umsteigen. Dieses versuchte der Krankenversicherer dadurch zu verhindern, indem er für die Umstieg einen “Strukturausgleichsbetrag” berechnete, so dass es im Endergebnis sich für den Altkunden nicht lohnte, zu wechseln.  Gegen diese Geschäftspraxis klagte das BFin (Bundesamt für Finanzdienstleistungen). Ein frankfurter Gericht gab dem Versicherer recht. Dagegen ging das Bafin in Berufung und das Bundesverwaltungsgericht urteilte nunmehr, dass der “Strukturzuschlag” rechtswidrig sei, weil ein älterer Versicherter, dessen Risiko zu Beginn seiner Versicherungszeit risikotechnisch schon geprüft wurde, damit benachteiligt wird, weil eine Risikoprüfung sämtliche Folgerisiken kalkulatorisch erfasst und ausreichend ist.

Anmerkung: Diese Begründung hat Charme! Vielleicht bringt der Krankenversicherer jetzt einen Tarif auf den Markt, in dem er verlangt, dass eine jährliche Risikoprüfung zu erfolgen hat und zwar mit dem Ergebnis, dass die Kranken dann sofort in die Sozialversicherung überzuleiten sind und als Folge einer Krankenrisikosteigerung der Beitrag monatlich neu festzusetzen ist. Für die jung gefischten Kunden brechen  etwas schlechtere Zeiten an, da die Berechnung der neuen Tarife auf falschen Grundlagen aufgebaut wurde und sie nunmehr mit erheblich gesteigerten Beiträgen rechnen müssen.  Diese könnten sich mal überlegen, ob sie den Krankenversicherer nicht schadensersatzpflichtig halten, weil sie in einen Tarif gelockt worden, der rechtlich nicht haltbar war. Mögliche  Folgen wären der Rücktritt vom Vertrag und Geltendmachung des Unterschiedsbetrages aus der Neuversicherung eines höheren Eintrittsalters und der möglichen individuellen Verschlechterung der eigenen Risikoverhältnisse. Er gibt noch andere Schadensersatz auslösende Möglichkeiten, z.B. UWG. Dieses sollte man mit einem Rechtsanwalt, der sich im Versicherungsvertrags- und Wettbewerbsrecht auskennt, besprechen. Für die Privatrechtsschutzversicherung sind auch Streitigkeiten mit Versicherern gedeckt.

WM 2010 BRA – Chile

Dienstag, 29. Juni 2010

Das Spiel wurde durch BRA 3:0 gewonnen. Aber Achtung vor den Chilenen. Sie haben bis zur letzten Sekunde um jeden Meter und Ball gekämpft, ihre Möglichkeiten gesucht, teilweise sogar gefunden und dass, obwohl sie hoffungslos zurücklagenund die schwacheren Einzelspieler hatten. sie haben sich zu keiner Zeit aufgegeben. Das ist Kampfgeist und Aufopferung und die Grundlage für eine erfolgreiche Mannschaft. BRA war diesmal spielerisch stärker und hat seine Chancen genutzt.

Fussball: Deutsche-englische Arbeitsteilung

Dienstag, 29. Juni 2010

Die Engländer sind für die Freundschaftsspiele zuständig und die Deutschen für die anderen. Das in aller Freundschaft. Und das ist gut so!

Sind Steuererhöhungen für Reiche der richtige Weg für eine offene Gesellschaft?

Dienstag, 29. Juni 2010

Es macht sich immer gut, wenn man die Reichen schröpft bzw. wenn man dafür ist. Aber reich ist nicht gleich reich. Ein Unternehmer, der auf eigene Rechnung das Kapitalrisiko trägt und Arbeitsplätze schafft bzw. erhält, ist anders zu bewerten als jemand, der vom Ererbten lebt und der Volkswirtschaft keine Wertschöpfung und Arbeitsplätze mehr bringt. Wer also nur verbraucht und ansonsten nicht viel zum sozialen Ausgleich beiträgt, der darf nicht darüber empört sein, dass die Gesellschaft für ihn keine Leistungsanreize mehr zur Verfügung stellt und ihn zur Kasse bittet, ohne das er dabei verarmt. Darüber hinaus ist noch die persönliche Lebenssituation zu berücksichtigen: Z.B. Lebensleistung, Lebensmittelpunkt, Kinder, sozialer Einsatz usw.. Einfach nur Erbe zu sein, dass ist in Zukunft zu wenig. Nun ist nicht jeder Erbe als Unternehmer geboren und kann folglich nicht immer die Voraussetzungen erfüllen. Dafür kann er auch das Unternehmertum auf eigene Rechnung anderen übertragen, wie es andere Anteilseigner auch tun. Dass das auch schief gehen kann, hat gerade Madeleine Schickedanz erfahren müssen und insofern muss hier eine Grenze geschaffen werden, die einen totalen Existenzverlust verhindert. Auf der anderen Seite, müssen diejenigen, die haftungsfrei Politik (Bund, Länder, Städte, Gemeinden) machen, genauso in die finanzielle Pflicht genommen werden. Eine derartige Überschuldung, die seit Jahrzehnten durch die entsprechenden Politiker in ihrer Gesamtheit betrieben wurde, ist genauso zu ahnden, anstatt sie durch üppige Pensionen in andere Ämter zu schicken. Ebenso Richter und andere, die nicht für ihr fehlerhaftes Handeln unmittelbar haften müssen. Selbstverständlich müssen auch die Arbeits- und Leistungsverweigerer in die Pflicht genommen werden. Dazu gehören auch jene, die mit ihrem Körper Raubbau betreiben und so in doppelter Hinsicht der Gesellschaft zur Last fallen. Auch die Einwanderer sind mit einem spitzen Bleistift zu beurteilen und dürfen kein Tabu sein.  Erst wenn alle, die dem Gemeinwohl schaden, angemessen bezahlen müssen und es dann noch nicht reicht, wären die „Wertschöpfungsreichen“ zu bitten, den gemeinsamen Weg zu unterstützen. Man muss also dazu übergehen, den privaten Reichtum mit einer Vermögensabgabe zu belegen und die betrieblichen Produktionsmittel zu fördern. Diese Vermögenabgabe ist einem Sonderfond zuzuführen, der ausschließlich die Aufgabe hat, Arbeitsplätze zu schaffen. Politikern das Geld in die Hand zu geben, bedeutet meistens, dass man das Geld zum Fenster hinausgeschmissen hat.

Hitzefrei für Arbeitnehmer?!

Montag, 28. Juni 2010

Die “neue Arbeitsstättenverordnung” regelt auch die Raumtemperaturen nach der Technischen Regel A3. 5. Danach müssen Sie ab sofort eine Gefährdungsbeurteilung für Ihren Betrieb anwenden und prüfen, ob bei Ihren Arbeitsstätten die neuen Vorgaben umgesetzt wurden.

Anmerkung: So bescheuert das klingt, so schlecht ist das nicht. Haben Sie nämlich Arbeitnehmer mit hohem Blutdruck, dann entsteht für diese eine Gefährdungslage, die die Gesundheit Ihrer Arbeitnehmer durch eine unerträgliche Wärme gefährden kann. Gestern war Siebenschläfer! Und wenn die Regel stimmt, dann gibt es 7 Wochen lang das schönste Sommerwetter. Es ist also Vorsicht angesagt. Eine Prüfliste gibt es z.B. im Forum-Verlag. Je nach Betriebshaftpflichtversicherungsvertrag ist ein Verstoß gegen die Verordnung im Rahmen der gesetzlichen Haftung mitversichert. Bedingt nicht mitversichert sind jedoch Strafverfahren. Diese könnte man über die Rechtsschutzversicherung (Besonderer Strafrechtsschutz) abdecken.

Der Bundespräsident und die Demokratie

Montag, 28. Juni 2010

Auch wenn sich Teile der Presse die Finger wund schreiben: Präsident wird MP Wulff. Der Präsidentschaftkandidat des Volkes Gauck bleibt auf der Strecke. Wulff wird der erste Präsident sein, den das Volk nicht will.

Scheidungsschmerz

Montag, 28. Juni 2010

Scheiden tut weh, aber auf Dauer nur, weil es so teuer ist.

WM 2010 Deutschland – England / Nachlese

Montag, 28. Juni 2010

Während die englische “Löwen-Abwehr”  andächtig dem Fußballgesangspiel unseres “Knabenchors” beim “Ave Maria” lauschte, stießen die deutschen Angriffsspitzen vor und zerlegten sie fein und sauber, denn innerhalb von 30 Minuten stand es 2:0 und kein englischer “Löwe” hätte sich beschweren können, wenn es nicht schon gefühlt 3 oder 4:0 gegen sie gestanden hätte. Aber es kam anders: In der 38. Minute erzielten sie den Anschlusstreffer, weil Boateng anstatt in den Luftkampf zu gehen, sich bei einer Flanke “englisch” zurückhaltend verhielt und Neuer´s  Segelflugstunde in der Ausführung zu langsam war. Danach rochen die “3 Löwen”  Blut und stürmten munter drauf los.  Sie erreichten einen sauberen Lattenknaller, den Neuer zuließ, weil er wohl mit “Auge” spielte und in der 38. Minute erzielten ein schönes Tor durch einen strammen Schuss von Lampard, der von der Latte abprallte und die Torlinie überschritt. Da das uruguayische Schirigespann eine andere Sicht zur Torlinie hatte, wurde dieser klare Treffer nicht gegeben. In der zweiten Halbzeit stürmten sie weiter, aber sie blieben in ihren Möglichkeiten begrenzt. In dieser Zeit des Anstürmens setzten die deutschen Stürmer ihre Konterflorettstösse geschickt. Die ihnen zur Verfügung gestellten Räume überwanden sie mit Schnellig- und Zuspielgenauigkeit und ehe sich der englische Torhüter versah, standen die deutschen Sturmspitzen alleine vor ihm. Es müllerte zweimal und das Endergebnis stand nach 70 Minuten mit 4:1 fest. Danach ließ  die deutsche Elf nur noch die “3 Löwen” und den Ball laufen, bis diese das Laufen einstellten. Wer 4: 1 gegen England gewinnt macht alles richtig! Mitnichten: Mertersacker konnte seine gewohnten Schwächen ungestraft zeigen und  Boateng ist kein Außenverteidiger und man kann von Glück sagen, dass er bald bei Manchester Stadt spielt. Diesmal zeigte Friedrich eine sehr gute Abwehrleistung und ergänzte Lahm, der eine gute Leistung ablieferte, wunderbar. Sogar seine Spieleröffnung gewann an Klasse. Herausragend waren Müller, Klose und Schweinsteiger. Gut waren Özil, Lahm und Podolski. Khedira ist noch auf der Suche und muss seine Stärken erst noch finden. Gomez war der erwartete Totalausfall, dem sich Kiesling anschloss und Trochowski erfüllte seine Aufgabe, indem er versuchte, den Ball zu halten. Noch ein Wort zu Kiesling: Wenn ich in die Schlacht geworfen werde und auch nicht ins Spiel finde, dann laufe ich wenigstens die Bälle, auch wenn sie unerreichbar scheinen, ab. Normalerweise kommt man auch über den Kampf ins Spiel. Noch ein Wort zum Wembley-Vergleich: Der Unterschied besteht darin, dass die deutschen Spieler den Schiri niemals beschwatzt hätten, das in der 38. Minute erzielte Tor nicht zu geben. 1966 sind die englischen Spieler auf Schiri  Dienst losgegangen und haben einen willigen Helfer in Form des Linienrichters gefunden, der ein Tor gab, obwohl es kein Tor war und die englischen Spieler wussten das. Deutschland braucht keine Rache, um England zu besiegen. Die deutsche Elf musste nur gut spielen, um zu siegen.